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Warum sind die Ulmer Studentenwohnheime überdurchschnittlich teuer?

Tischtenisplatten  zur Freizeitgestaltung schmücken Ulmer Studentenwohnheime.Wie versprochen hat der RCDS Ulm nicht nur die Preise der Speisebetriebe des Studentenwerks hinterfragt, sondern auch die der Wohnanlagen und kann Euch hier die Antworten der Wohnraumverwaltung präsentieren:

RCDS: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten. Wir freuen uns, dass wir als Studenten auch ernst genommen werden.
Das Studentenwerk leistet mit den Wohnheimen einen ohne Zweifel wichtigen Service. In der Pressemitteilung des Deutschen Studentenwerks steht 181,60 Euro im Monat beträgt die durchschnittliche Warmmiete einschließlich aller Nebenkosten in einer Wohnanlage der Studentenwerke?, die Preise in Ulm liegen im Schnitt doch deutlich über diesem Betrag?
Herr Moßner: Vielen Dank für die Diskussionsmöglichkeit, die aktuelle, durchschnittliche Warmmiete in den Studentenwohnhäusern des Studentenwerks Ulm beträgt 205,- Euro.

RCDS: Auch in München, das ja für seine hohen Wohnungspreise bekannt ist, gibt es Einzelzimmer in den Wohnanlagen schon ab 150 Euro, was macht die Wohnheime in Ulm so teuer bzw. wo wirtschaftet dieses Münchner Wohnanlage so viel günstiger?

Herr Moßner: Auch in Ulm gibt es viele Zimmer im Preisbereich von 160,- bis 175,- Euro. Die meisten unserer Studentenwohnhäuser sind neuerer Bauart und bieten einen qualitativ guten Wohnstandard. 99% unserer Zimmer in Ulm verfügen über einen Internetanschluss direkt an das Rechenzentrum der Universität Ulm. Wir bieten außerdem eine Vielzahl von Gemeinschaftsräumen an, z.B. Räume mit Theken, Tischtennis, Billard, Fitness, Musikproberäume, Lernzimmer etc.

Billardtisch und Tischkicker finden sich in den Gemeinschaftsräumen der Ulmer Wohnheime.RCDS: Ist der Wohnstandart der Studentenwerke bundesweit durchschnittlich also deutlich unter diesem Standart, wenn diese 12% billiger sind als in Ulm?

Herr Moßner: Nein

RCDS: Bis vor einigen Jahren waren die Studentenwerkswohnheime auch in Ulm deutlich günstiger, wodurch war diese drastische Preiserhöhung bedingt?
Herr Moßner: Das kann man so nicht sagen, wir hatten nur in einem Wohnhaus eine relativ starke Mieterhöhung durch den Wegfall einer Landessubvention. Ansonsten hat die Erhöhung der Mietpreise fast ausschließlich mit der starken Erhöhung der Energiepreise zu tun. Wir erhalten zum laufenden Betrieb der Studentenwohnhäuser keine Zuschüsse.

RCDS: Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die Wohnheimspreise wieder zu senken?
Herr Moßner: schwierig, da auch die Energieverbräuche in den Häusern momentan eher steigen als fallen.

RCDS: Das Deutsche Studentenwerk hat letzten Monat eine Stromsparmeisterschaft der Wohnheime durchgeführt. Hat dabei auch ein Ulmer Wohnheim teilgenommen?
Herr Moßner: Nein

RCDS: Worauf ist dies zurückzuführen, ist dieser Wettbewerb nicht attraktiv oder haben die Ulmer Wohnheimsstudenten einfach nicht mitbekommen?
Herr Moßner: Energiesparen ist für uns ein Dauerthema, die Haustechnik und das Verbraucherverhalten werden aufeinander abgestimmt.

RCDS: Wird so ein Wettbewerb wieder stattfinden oder gibt es in Ulm ähnliche Attraktoren für die Wohnheimsstudenten, Energie zu sparen?
Herr Moßner: Wir informieren die Mieter über energiesparendes Verhalten und regelmäßig bei zu hohem Energieverbrauch. Beispiele: die Standby-Funktion von E-Geräten nicht zu nutzen und unsere Bitte bei Fenstern: nicht Kipp- sondern Stoßlüften!

RCDS: Welche Maßnahmen wurden von Ihrer Seite bereits ergriffen und welche weiteren sind wann geplant?
Herr Moßner: Wir schaffen die technischen Voraussetzungen, z.B. durch Wasserspararmaturen, Energiesparlampen, etc, um zu versuchen, den Verbrauch in den Griff zu kriegen.

RCDS: Wann kann man wieder mit einer Preissenkung rechnen?
Herr Moßner: Das ist momentan nicht vorhersehbar.

Ulmer  Studentenwohnheim sind überwiegend neurer BauartRCDS: Das Studentenwerk darf als gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts ja keine Gewinne erwirtschaften, oft hört man jedoch, dass in Ulm sehr große Rücklagen gebildet werden. Ist ein neues Wohnheim geplant oder wofür sind diese vorgesehen?
Herr Moßner: Wir erwirtschaften die Rücklagen, die uns das Ministerium und die Gesetze vorschreiben, also z.B. Instandhaltungsrücklagen, um die Häuser in einem guten Zustand zu erhalten bzw. um dann später sanieren zu können.

RCDS: Sehen Sie irgendwo alternative Möglichkeiten, Wohnraum für Studenten günstiger bereitzustellen?
Herr Moßner: Unsere Wohnangebote sind günstiger als die qualitativ vergleichbaren Angebote auf dem freien Markt, momentan sind durch die Preisentwicklung noch günstigere Angebote leider nicht in Sicht.

RCDS: Gibt es von Ihrer Seite noch etwas, das Sie den Studenten mitteilen wollen?
Herr Moßner: Unsere regelmäßig durchgeführte Wohnzufriedenheitsumfrage zeigt, dass die überwältigende Mehrheit der Studierenden in unseren Studentenwohnhäusern mit ihrer Wohnsituation zufrieden ist. Wir werden unseren Service für die Studierenden noch weiter verbessern. Vielen Dank für das Gespräch.

 


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